Klettern im Täle

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Klettern im Täle

In punkto Klettersport bietet das Eselsburger Tal zahlreiche Routen im Schwierigkeitsbereich 2 – 9 (UIAA Skala).

Wer es eher einfacher angehen möchte, findet mit dem Mittlerer Felsen, Jungfrau Felsen, Wilder Hund und dem Bachfelsen die idealen Felsformationen. An diesen Felsen kann ganzjährig geklettert werden, je nach Bruterfolg können aber auch temporäre Sperrungen erfolgen.

Deutlich sportlicher sind die Routen an folgenden Felsen angesiedelt:

Bindstein
Burgfelsen
Falkenstein
GG-Pfeiler
Sonntagsfels

Bis auf den Bindstein besteht für diese Felsen eine Sperrung von Jahresanfang bis Mitte Juli

Infos zur Entwicklung des Klettersports im Eselsburger Tal findet ihr am Seitenende.

Felsen im Eselsburger Tal

Vom FiFi zum GriGri

Bis Mitte der 70er Jahre wurde im Eselsburger Tal ausschließlich klassisch geklettert. Klassisch bedeutet, dass die Kletterrouten sich im Schwierigkeitsbereich 3 – 6 befanden und die Touren üblicherweise mit schweren Bergschuhen gegangen wurden.

In den 50er und 60er Jahren wurden sehr schwere Touren dann oftmals mit technischen Hilfsmitteln bewältigt. Hierbei handelt es sich um . . .

Strickleiter (am besten gleich 2 Stück) Für den Bau einer Strickleiter werden ca. 4 – 6 Alutritte verwendet.

FiFi-Haken befindet sich an der Strickleiter und wird in Haken, Karabiner und kleine Sanduhren oder Risse eingehängt.

Selbstzug – das freie Seilende am Klettergurt wird deutlich verlängert und durch Haken / Karabiner gefädelt. Durch diese Umlenkung kann sich der Kletter*in an den Fixpunkt heranziehen.

Auch bei extremen technischen Touren ging der Schwierigkeitsgrad maximal bis 6. Zur Klassifizierung der technischen Schwierigkeiten, werden diese in einer Bewertungsskala von A0 bis A5 eingeteilt.

Das technische Klettern findet auch heute noch Anwendung bei BigWall Unternehmungen und Expeditionen.

Auch wenn die frühere UIAA-Skala (1-6) vielleicht den Schluss zulässt – “früher sind die ja nur bis zum 6. Grad geklettert”, so sollte man die damaligen Kletterleistungen doch aus einer anderen Sicht bewerten. Mit den globigen und starren Bergschuhen von damals, hätte so mancher Sportkletterer*in bereits beim Routeneinstieg, mit ernsthaften Problemen zu kämpfen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Absicherung von Routen. Die heutigen Routen sind perfekt mit Bohrhaken abgesichert und das Absturzrisiko deutlich reduziert. In den Sportkletterrouten kann man die schwersten Stellen x-mal angehen und sich anschl. im Seil ausruhen. Bei früheren Routen waren die Hakenabstände deutlich länger und oftmals befanden sich darin nur leidlich eingeschlagene Haken. In diesen Routen konnte man sich aus Sicherheitsgründen nicht immer im Grenzbereich aufhalten, da jeder Sturz ein ernsthaftes Risiko bedeutete.    

In punkto Moral und Sicherheit ist der frühere, klassische Klettersport nicht mit dem heutigen Sportklettern zu vergleichen.

Kletterrouten im Täle

Neben den ursprünglichen Klassikern entanden in den 50er und 60er Jahren einige schwere technische Routen. Erschließer dieser Routen war die Klettergruppe um den Felsenmeister Manne Stängle mit seinen Kletterfreunde Heiner Eifert, Maier’s Hänsle und Petzold.
Am Mittleren Fels befindet sich noch heute der Stängle-Überhang und am Bindstein die Heiner- sowie Karl Gatter Tour. Zum wahren Klassiker wurde der Quergang am Wilden Hund. Für die Bewältigung dieser technischen Route musste zwingend ein Selbstzug von ca. 4 m Länge vorbereitet werden.

Ab Mitte der 70er Jahre schwappte dann der fränkische Geist der Sportkletterszene so langsam in das Eselsburger Tal. Wurde zuvor an manchen Routen noch regelmäßig  der FiFi eingehängt, so probierte man nun diese Stellen ohne technische Hilfsmittel.

Eine wesentliche Hilfe zu dieser Zeit waren die neuen Kletterbatschen. Wer einen englischen EB ergattern konnte, war der König.

Viele Plattenklettereien im Täle konnten nun frei und ohne technische Hilfsmittel geklettert werden – die Friktion machts!

Die Rotpunkt-Bewegung ging sogar noch einen Schritt weiter, es durfte in keinen Haken und keinen Karabiner gefasst werden.

Diese Bewegung wurde durch den Ausnahmekletterer Kurt Albert geprägt. Jede technische Tour die frei und ohne Hilfmittel durchstiegen wurde, erhielt am Einstieg einen kleinen roten Punkt.

Ein weiteres Level höher sind On-sight Touren angesiedelt. Hierbei wird ohne großes Routenstudium eine Tour in einem Zug und ohne Sturz durchsteigen.  

Free-solo Touren sind eher eine Angelegenheit für Adenalin-Junkies. Eine free-Solo Tour wird allein und ohne jegliche Sicherung begangen. Sicherlich gibt einem einen unvergleichlichen Klick aber jeder subjektive Fehler oder auch objektive Gefahren (z.B. Steinschlag) lässt eine free-solo Begehung zur letzten Tour werden.

Mit der ersten Verbreitung von Chalk (Magnesia) kam auch wieder ein weiterer Trend ins Täle. Dieses Hilfsmittel war unter ernsthaften Sportkletterern recht schnell verpönt und so blieb der Chalkbag zu Hause.

Am Ende der 70er enstanden zahlreiche Neutouren im Täle, verantwortlich für viele dieser Sportkletterrouten war die Heidenheimer DAV Jungmannschaft und die Jungs von der Bergwacht.

Das Terrain war somit aufgeteilt; Neutouren am Bindstein war Bergwachtsache und den Rest im Täle übernahmen die Jungs und Mädels vom DAV.

Mit den unendlichen Freiheiten war es dann Anfang der 80er vorbei. Vogelschützer sahen plötzlich in den Kletterern*innen die alleinige Gefahr für die Vogelwelt. Viele der Kletterer*innen hatten sich bereits zu diesem Zeitpunkt dem Natur- und Umweltschutz verschrieben und sich engagiert für Umweltprojekte eingesetzt. Die Klettergemeinde verfügte nicht über die erforderliche Lobby und so wurde aus der Not die IG-Klettern gegründet. Ziel war es, bei den Kletterverboten mitreden zu können und in gemeinsamen Diskussion, realistische Kompromisse zu erarbeiten. 

Das tat schon weh, junge Leute die sich ernsthaft für den Natur- und Umweltschutz einsetzen, sollten plötzlich einen negativen Einfluss auf das Täle haben. Während die Landwirtschaft mit Tonnen an giftigen Pestiziden hantierte und für manche Kommunen das Thema Natur- und Umweltschutz völlig unbekannt war, mussten die Kletterer*innen um jeden Felsen kämpfen. 

Mitte der 80er wurde es dann endlich Zeit sich um die Sicherheit der Routen zu kümmern. Die Touren wurden saniert und mit Bohrhaken versehen. Standplätze wurden optimiert und Umlenkmöglichkeiten geschaffen damit die Felsköpfe nicht unnötig betreten werden.

Wer hats gemacht?

Diverse Sportkletterrouten am Bindstein wurden durch die Fritsche Brüder erschlossen. Mit der Bergwachtshütte am Fuße des Bindsteins hatte man für diese Projekte das richtige BaseCamp zur Verfügung.

Die DAV Jungmannschaft war für die anderen Projekte veranwortlich und setzte mit folgenden Routen deutliche Akzente im Bereich des Sportkletterns. Einige dieser Route sind auch nach 40 Jahren noch ernsthafte und angesagte Touren.

Dies ist nur ein erster Auszug der frühen Sportklettertouren im Täle, weitere Infos und Ergänzungen sind jederzeit willkommen. 

Tour

Via Jonas

Grad

6

Jahr

1988

Fels

Mittlerer Fels / Nord

Tour von

Bärbel & Hans Oswald

Info

WK Platte

7

1979

Mittlerer Fels / Nord

Fred

Direkte Faschingstour

7

1979

Mittlerer Fels / Nord

Fred

Schlingentour

5

1979

Mittlerer Fels / Nord

Klaus Enslin

S-Riss

6

1984

Mittlerer Fels / Süd

Platte neben PIAZ

6+

1984

Mittlerer Fels / Süd

Uli & Klaus

Traumfresserchen

7+

1980

Wilder Hund

Uli

Weisswurstpower

8-

1981

Bachfelsen

Uli

Guru-Guru

7

1981

GG-Pfeiler

Uli

Tote Hose

7+

1982

Burgfelsen

Uli

Joe Muff

9-

1983

Burgfelsen

Uli

Joe Muff war das Maskottchen vom Mittenwalder Hochzug und wohnt heute auf der Dammkarhütte